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    Bewerbungsschreiben sind in den Augen des Jobufo° Gründers Thomas Paucker überholt. Die größtenteils aus leeren Phrasen zusammengesetzten Schriftstücke sind für niemanden ein Vergnügen: Bewerber finden oft nicht die richtigen Formulierungen für das, was sie eigentlich ausdrücken wollen, und auch für die Personaler bieten ewig gleichklingende Anschreiben keinen Mehrwert. Im Interview mit der Zeitschrift Stahlreport erzählt Thomas, wie mit Jobufo° echte erste Eindrücke entstehen.

    Dieses Interview ist in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Stahlreport ( Jg. 74, Jul./Aug. 2019) mit dem Titel "Auf die Ansprache kommt es an: Interview mit Thomas Paucker zu Ausbildungsfragen" erschienen. Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Verlages.


    Thomas Paucker versteht etwas von Karrieren. Der Geschäftsführer von Jobufo vermittelt mit seinem Startup weltweit Stellen und profitiert dabei von seinem speziellen Kommunikations- bzw. Informationskonzept: akustisch und optisch den Printbereich immer mehr ersetzend. Mit diesem Rezept ist der 30-Jährige so erfolgreich, dass er mit seinem nochmals erweiterten Team inzwischen auf der Berliner Friedrichstraße zu Hause ist. Der gebürtige Rostocker könnte also genau der richtige Interviewpartner für den Stahlreport sein – auf der Suche nach Antworten, mit welcher Ansprache außer Arbeits- auch schon Ausbildungsplätze erfolgreich an die Frau/an den Mann gebracht werden können.

    • Warum sollte sich ein Interessent mit einer klassischen Bewerbungsmappe abmühen, wenn er sich doch auch ganz einfach über sein eigenes Smartphone per selbstgedrehtem Video dem suchenden Unternehmen verkaufen kann?
    • Und warum sollten diese Firmen nicht dieselbe Technik verwenden, um sich und ihre Jobs als attraktiv vorzustellen?

    Auf Antworten zu diesen beiden Aspekten war in einem ersten Stahlreport-Bericht über die Jobufo GmbH eingegangen worden. (Vgl. 12/18, S. 36f). „Hallo, ich bin Thomas!“ So hatte es im vergangenen Jahr zur Vorbereitung dieses Berichts bei dem ersten Kontakt mit der Redaktion geheißen.

    Auf die Ansprache kommt es an

    Stahlreport: Deshalb drängt sich für dieses Interview eine Eingangsfrage förmlich auf: Gehört das Duzen zum Vermittlungskonzept, oder ist diese semantische Vertrautheit ganz einfach der Startup-Szene geschuldet?

    Thomas: Wir bei Jobufo glauben daran, dass das Duzen der Schlüssel zum Vertrauen ist. Mit dem „Du“ sind wir näher am Kandidaten dran und sprechen ihn auf einer sehr persönlichen Ebene an. Darüber hinaus sind wir der Auffassung, dass das die Zukunft des Recruitings ist und man mit jedem Bewerber auf Augenhöhe kommunizieren sollte.

    Stahlreport: Thomas, Du und Dein Team telefonieren inzwischen vor jeder Bewerbung mit den Kandidaten, um sie irgendwie rechtzeitig schlau zu machen. Ganz abgesehen vom Atmosphärischen: Welche Botschaften werden dabei vermittelt und auf welchen Informationen bauen sie auf?

    Thomas: Wir begleiten jeden Kandidaten auf dem Weg zu seinem Traumjob. Hauptsächlich telefonieren wir mit den Kandidaten, um sie zu motivieren und an die Bewerbung per Video heranzuführen. Von Berufsberatung über die Bereitstellung von Informationen, bis hin zum Aufnehmen des Videos, bei uns bekommt jeder, was er braucht. Und wenn ein Kandidat noch nicht genau weiß, wie er seine Zukunft gestalten will, beraten wir ihn gern.

    Stahlreport: Also geht es auch darum, dass die Kandidat*innen ganz früh möglichst viel und das Wichtigste über einen möglichen Arbeitgeber erfahren. Überträgt man diese Erkenntnis auf anstehende Ausbildungsverhältnisse, müssten solche Gespräche vorab durch Informationen über die jeweiligen Ausbildungsberufe und die sie anbietenden Branchen vorbereitet werden.

    Thomas: Wir beschäftigen uns sehr viel mit den Unternehmen, Branchen und den dazugehörigen Ausbildungsberufen. Dabei geht es darum, den Kandidaten über den Ausbildungsberuf und das jeweilige Unternehmen bestmöglich beraten zu können. Wir gehen jedoch immer mehr dazu über, dass die Recruiter der Unternehmen Videos aufnehmen, in denen sie sich und ihr Unternehmen kurz vorstellen. Dadurch wird eine persönliche Ebene zwischen Recruiter und dem Bewerber von Anfang an geschaffen.

    Suchen nach digitalen Ausbildungsplätzen

    Stahlreport: In der Zwischenbilanz unseres Gesprächs kommt es also auf die richtige Kommunikation und Information an. Was bedeutet das Deiner Meinung nach für den aktuellen Fall, dass überraschend die angehenden Kaufleute E-Commerce mit 1.400 Stellen auf Anhieb ein Zehntel der Ausbildungsverträge erreicht haben, die traditionell die künftigen Kaufleute im Groß- und Außenhandel für sich verbuchen können.

    Thomas: Einige Ausbildungsberufe sind in der Zeit der Digitalisierung attraktiver als andere. Deshalb fehlen in manchen Ausbildungsberufen die Bewerber. Die Digital Natives, aufgewachsen mit dem Smartphone in der Hosentasche, sind jetzt auf Jobsuche. Dabei ist es ganz klar, dass sie nach Berufen suchen, die mit dem Digitalisierungstrend mitwachsen. Dennoch glaube ich, dass in Zukunft immer mehr Möglichkeiten geboten werden, damit sich auch andere Ausbildungsberufe im Zeitalter der Digitalisierung beweisen können. Dadurch wird auch der Ausbildungsberuf Kauffrau/-mann im Groß- und Außenhandel wieder mehr an Bedeutung gewinnen.

    Stahlreport: Thomas, vielen Dank für dieses Gespräch!




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