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    Nach der "Zukunft Personal" ist in der Gegenwart Personal. Die letzte Woche in Berlin war gespickt mit spannenden Events und Insights in die Zukunft der Arbeit, den Status Quo im HR-Bereich und zu Diversity & Inclusion.

    Montag: #futurework19

    Im Gasometer talkte diesmal nicht Günther Jauch, sondern Vorstände, Vordenker und Politiker zum Thema Zukunft der Arbeit. Microsoft, die Deutsche Bahn und der Bund Deutscher Arbeitgeber luden zum FUTUREwork Festival und ließen es richtig krachen. Neben dem Gasometer gab es noch weitere Bühnen, in denen Sessions parallel besucht werden konnten. Die Deutsche Bahn hatte sogar einen eigenen Ausstellungsraum, in dem man die Zukunft der Arbeit, wie sie sich der Mobilitätskonzern vorstellt, erleben konnte.

    Nach der Eröffnungszeremonie kam eines meiner (zugegebenermaßen eher unerwarteten) Tages-Highlights: Garry Kasparov, seines Zeichens ehemaliger Schach-Weltmeister und erster Mensch, der von einem Computer im Schach besiegt wurde, lieferte eine kluge wie witzige Rede zum Wandel und zur Bedeutung von Technologie.

    Sein Credo: Die menschliche Kreativität und die Empathie sind unser größter Vorsprung gegenüber einer Künstlichen Intelligenz. Dumm nur, dass nur ca. 4% der weltweiten Jobprofile überhaupt Kreativität oder emotionale Intelligenz beinhalten. Die fragende Haltung sei etwas zutiefst menschliches und nicht in Computern oder automatisierten Prozessen zu finden. Zudem sind 99,9% der heutigen Anwendungen eben nicht “Künstliche Intelligenz” sondern smarte Automatisierungen.

    Janina Kugel, “Noch-Vorstand” Personal bei Siemens, schloss sich mit einem sehr klugen und praktischen Vortrag zur Umsetzung der Digitalisierungsvorhaben in Deutschland an: Bildung, lernen, ausprobieren (lassen). So könnte man das Grundrezept nennen, mit dem Janina Kugel im Gasometer viel Zustimmung erhielt.

    Die pragmatischste Idee: Weshalb bleiben die Ausbildungsstätten der großen deutschen Unternehmen nach 17:00 Uhr nicht einfach offen - auch für interessierte Betriebe aus der Umgebung. Nach Feierabend zur digitalen Weiterbildung als praktisches Help-Yourself für eine ganze Branche. Der Ansatz mag zumindest eine kleine Brücke bauen, allerdings müssen sich ganze Ausbildungszweige neu aufstellen, um wirklich zukunftsorientiert auszubilden.

    A propos Bildung und Ausbildung: Verena Pausder (Haba Digital und Fox&Sheep) hielt in ihrer Workshop-Session eine flammende Rede zu digitaler Bildung und der (oft mangelnden) Digitalkompetenz der Eltern.

    Mit der Haba Digitalwerkstatt versucht sie genau diesem Bildungsmangel entgegen zu wirken und Mädchen wie Jungen für Technik und Coding zu begeistern. Wie das genau aussehen kann, wurde kurzerhand in einem verkürzten Workshop erlebbar gemacht. Die kleinen Roboter, die durch intelligent aneinandergereihte Befehle durch den Raum geschickt wurden, machten auch den Erwachsenen sichtlich Spaß. Digitale Bildung hautnah.

    Dienstag: #tf19

    Das Trendence Institute unter der Leitung von Robindro Ullah, lud zum Trends+ Friends-Festival nach Berlin ein und die HRler ließen sich nicht lange bitten. Mit dem Anspruch, die HR-Szene zu vernetzen und neue Ideen anzuregen, wurden zwei Tage voller Vorträge und Workshops angeboten.

    Da ich den ersten Tag aufgrund meines Besuchs der FUTUREwork verpasst hatte, konnte ich am zweiten Tag die Vorträge im “Säälchen” genießen. Marcel Rütten sprach zum Thema “Wenn Markenbotschafter das Unternehmen wechseln” und konnte sich über ein interessiertes Publikum freuen.

    Gregor May von Premium, einem Getränkekollektiv aus Hamburg, musste sich mit kleinerem Publikum begnügen. Dafür hatte er interessante Ideen entgegen des Mainstreams im Gepäck. Das konsens-demokratische Wirtschaftsmodell von Premium gibt allen Mitwirkenden das gleiche Stimmgewicht. Wer Ego-Entscheidungen treffen möchte, ist dort definitiv Fehl am Platz. Zudem gibt es keine Verträge auf Papier, alles basiert auf Handschlag und Vertrauen. Ganz nach dem Prinzip des ehrbaren Kaufmanns. Das ist wohl selbst für eine progressive HR noch zuviel Neuland. Schade eigentlich.

    Den Abbinder der Vortrags-Triade machte Prof. Dr. Anja Lüthy, die mit einem Ritt durch die Geschichte und Anforderungen des Employer Branding ein wahres Feuerwerk an Insights bot. Dass es selbst unter Cäsars Truppen schon “Mitarbeiter werben Mitarbeiter” gab, ließ den Gesundheitssektor ganz schön alt aussehen. Dort dominieren weiterhin männliche Autoritäten den Klinik- und Berufsalltag und von Feelgood-Management scheint man auch noch weit entfernt. Aber auch hier gibt es Bewegung. Positive Beispiele, wie zielführendes Branding auch für Fachkräfte in Mangelberufen aussehen kann, gab es von Anja Lüthy inklusive.

    Die vielen Gespräche rund um die Veranstaltung rundeten den Eindruck ab, dass man in der entspannten Atmosphäre des Holzmarkts in Berlin ein echtes Lern-Event für HR-Praktiker geschaffen hatte.

    Mittwoch: #HumanPlace

    Mit vielen neuen Eindrücken zur Zukunft der Arbeit und HR, ging es am Mittwoch Nachmittag zu Henrik Zaborowski. Unter der Überschrift “Human Place” konnte ich einem ganzheitlichen Workshop-Konzept beiwohnen, das den Mensch mit seinen Erfahrungen in den Mittelpunkt stellt. Mit all seinen individuellen Erfahrungen, Stärken und seiner Kreativität. Allen Aspekten also, die uns Menschen von Technik und Maschinen unterscheidet.

    Donnerstag: #10c10c

    Den Abschluss des Veranstaltungs-Marathons bildete die Vorstellung des Diversity in the workplace-Reports. Vessy Tasheva gab im Zalando-Headquarter die wichtigsten Insights ihrer Studie wieder. 10 verschiedene Unternehmen aus 10 Ländern wurden untersucht und gaben Einblicke in ihre Bemühungen zu Diversity und Inklusion. Konkrete Antworten zur Umsetzung und Implementierung in der Arbeitswelt wurden dann auch von Vertreter:innen verschiedener Unternehmen i Rahmen einer Panel-Diskussion gegeben.

    Diese nahm entgegen sonstiger Konferenz-Manier die meiste Zeit ein, was bei diesem Themenkomplex besonders spannend war. Alle reden über die Implementation von Diversity und von Inklusion - aber selbst sehr international geprägte und große Unternehmen haben Probleme, sich diesen Themen wirklich umfassend zu widmen.
    Drei Learnings, die ich aus dem Panel mitgenommen habe:

    1. Ohne Zeit und Geld geht gar nichts. Diversity ist kein “Nebenjob”.
    2. Ohne den Support und die Überzeugung des Managements haben die Maßnahmen keinen Erfolg.
    3. Man sollte sich unbedingt innerhalb der Firma Mitstreiter suchen (es ist kein HR-Thema) und sich auch über den Firmen-Tellerrand hinaus vernetzen.

    What a week! So viel Netzwerken kann auch anstrengend sein. Daher war ich froh, dass der  Freitag entspannt mit einem Team-Event ausklang. Bei Craftbeer und Burger, konnte man sich im Kollegenkreis wunderbar entspannen.

     

    Haben Sie Fragen oder Anregungen? Melden Sie sich gerne bei Eva Stock.

     




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